Ausrüstung
Eins ist klar: jedes Kilo macht sich bei stundenlanger Bergauffahrt bemerkbar. Deshalb: Sparsam aber sinnvoll packen. Der Rucksack sollte voll gepackt maximal 7 Kilogramm wiegen. Nach langer Recherche und aus eigener Erfahrung kann ich folgendes "Setup" empfehlen:

1. Mensch

  • Rucksack: ca. 30 Liter Fassungsvermögen, Regenschutz-Überzug, gute Qualität (z.B. Deuter Transalp 30, Vaude Bike Alpin 30 + 5); lieber etwas größer (40 Liter) als zu klein, der Gewichtsunterschied ist kaum spürbar
  • 2-3 x Unterhosen (ich fahre immer "mit", achte dabei darauf, dass keine Nähte stören)
  • 2-3 x Radsocken
  • Sportunterhemd (immer ! unter dem Radtrikot tragen, dann kann man das während der Pausen ausziehen und trocknen lassen)
  • 2 kurze Radtrikots (atmungsaktiv, möglichst Reißverschluss bis zum Bauchnabel, kleiner Stehkragen, enge Ärmel); dunkle Farben sind ungünstig, sie heizen sich in der Sonne auf und man wird von Autos nicht gut gesehen
  • 2 kurze Radhosen mit guter Polsterung (Pearl Izumi, Gonso…); möglichst hochwertige Modelle (ca. 50 bis 130,- EUR); gern weite Shorts mit Innenhose
  • Armlinge und Beinlinge (ersetzen lange Radhose); sollten ruhig leicht gefüttert sein, da man sie eh nur anzieht, wenn man friert
  • Regenhose, Regenjacke (möglichst leicht, ohne Fütterung, nur zum Wasserschutz)
  • Fleece oder Softshell (kann man auch abends auf der Hütte brauchen)
  • 1-2 "zivile" T-Shirts
  • 1 leichte zivile Hose (z.B. Wanderhose mit Beinen zum Abzippen, dann spart man sich die kurze Hose)
  • Bandana/Kopftuch gegen Sonnenstich bzw. bei Kälte als Halstuch
  • Fahrradhandschuhe (gute Gel-Polsterung, ruhig lange Finger gegen Kälte beim Downhill)
  • Dusch-Handtuch, Badeschlappen (Flip-Flops sind am leichtesten)
  • Rad- oder Sonnenbrille
  • Fahrradhelm
  • Waschzeug (kleine Flaschen Duschgel, Shampoo, Creme, Zahnpasta); Ohropax (!)
  • Sonnenschutz (z.B. Faktor 8 und 20)
  • Bargeld, EC-Karte, Ausweis, Handy + Ladegerät in wasserdichter Verpackung

2. Maschine

  • Fully oder Hardtail? Das ist eine Glaubensfrage - Hauptsache es hat eine gute Federgabel!
  • Wichtig ist, dass die Gabel stabil und gut eingestellt ist
  • Ich fahre eine Marzocchi MX Comp ETA, die sich mit einem Handgriff für extreme Anstiege absenken lässt
  • Bei einer billigen Gabel sind böse Stürze aufgrund des Durchschlagens vorprogrammiert
  • Disc- oder V-Brake? Die Disc ist natürlich im Vorteil, da sich die Felge nicht erhitzt und bei heftigen Abfahrten kein Platten durch einen verbrannten Schlauch droht. Dafür lassen sich V-Brakes viel besser dosieren. Ich fahre V-Brakes, habe beim Bremsen immer wieder kurz gelöst und hatte keinen Platten. Ach ja: vier Ersatz-Bremsklötze sollte man aber mitnehmen.
  • Klickies oder nicht? Auch eine Glaubensfrage. Ich wäre mit Klickpedalen niemals lebend angekommen. Vor allem die Tragepassagen über Felsbrocken sind gefährlich. Wenn man mit Klickies fährt, sollte man unbedingt Schuhe mit rutschfester "Wandersohle" nehmen und Pedale, die auf der Unterseite für ganz schwere Fälle eine "Bärentatze" haben.
  • Vernünftige Schaltung, gut eingesessener Sattel, optimale Sitzposition verstehen sich von selbst
  • Nach einer Stunde Tragen merkt man jedes Kilo: das Bike sollte maximal 12 Kilo wiegen. Mehrmals gesehen: Schaumstoff-gepolsterte Rahmen schonen die Schultern.
  • Selbst klebende Flicken, Ersatzschlauch (bei einer Panne wird schnell gewechselt, abends geflickt), Felgenband
  • Ersatzspeichen
  • Stück Kette
  • Multitool mit Kettennieter, kleine Zange
  • Luftpumpe (evtl. Dämpferpumpe)
  • Möglichst leichtes, stabiles Fahrradschloss
  • Tipp gegen Platten: In 90 Prozent der Fälle ist ein Ausreisßen des Ventils die Ursache. Deshalb unbedingt die Feststellmutter des Ventils einen halben Zentimeter von der Felge weg schrauben, so dass sich der Schlauch etwas bewegen kann. Alle paar Stunden wiederholen, da die Mutter durch die Fliehkraft wieder Richtung Felge wandert.

3. Medizin

  • Schmerzmittel
  • Gesäßcreme (nicht jedermanns Sache, aber unbedingt täglich auftragen!)
  • Sportsalbe
  • Pflaster
  • Kompressen
  • Mullbinden
  • Wunddesinfektionsmittel

5. Technik

  • GPS-Gerät (nie mehr ohne!); Ersatzbatterien (wie man die Transalp nach einer GPS-Route fährt, wird hier erklärt)
  • Trotzdem unbedingt Kartenmaterial mitnehmen (z.B. Kompasskarten, 1:50.000)
  • Fahrradcomputer mit Höhenmesser (hilft beim Einteilen der Kräfte)
  • Fahrradlampe (kann man notfalls als Taschenlampe nutzen)
  • Digicam + Ladegerät

6. Ernährung

  • Täglich gutes Frühstück, leicht verdauliche Kohlenhydrate (z.B. Nutella-Brötchen, Kuchen, Banane...)
  • Vorsicht bei Müsli, Obstsalat etc.
  • Mittags Nudeln in allen Variationen; Pizza geht auch, hält aber nicht so lange satt; Schnitzel oder Gulasch sind lecker, liegen aber schwer im Magen
  • Abends wieder Nudeln oder vollwertiges Hauptgericht mit Fleisch und Kartoffeln
  • Für unterwegs Powerbars oder Müsliriegel (möglichst jede Stunde einen halben Riegel)
  • 2 Fahrradflaschen ruhig mit süßen Getränken füllen (Apfelschorle, Spezi, Cola), regelmäßig alle halbe Stunde ein paar Schluck trinken
  • Flaschen kann man bedenkenlos an den klaren, eiskalten Bächen wieder auffüllen
  • Wichtigste Regel: Wen man merkt, dass man Hunger oder Durst hat, ist es schon zu spät
  • Rechtzeitig vor harten Anstiegen essen und trinken (ca. 15 Minuten vorher)

 

Montag, 24.04.2017,  22:50:59 Uhr